dBASE DOS und die Anzahl offener Dateien

Sie ahnen vermutlich nicht, wieviele Anwender heute noch mit alten dBASE DOS-Programmen arbeiten. Das verwundert auch nicht, denn diese alten Schätzchen sind meist sehr individuelle Lösungen, über Jahrzehnte gewachsen, liebevoll (nun ja, mehr oder weniger …) gepflegt und vorallem tun sie exakt das was ihre Benutzer brauchen und wollen. Warum also wechseln?!

Doch heutzutage unter Windows ein DOS-Programm zu betreiben wird leider immer schwerer. Bis einschliesslich Windows XP ging das noch relativ gut, doch schon da wurden die Probleme grösser. Ein häufiger Knackpunkt ist, dass es aufgrund vieler offenen Dateien zu Problemen, Abstürzen oder gar Datenverlusten kommt. Und gerade bei alten DOS-Programmen, wo es oft dutzende einzelner Programmdateien gibt, die sich gegenseitig mit do … aufrufen, dazu viele einzelne Daten- und Indexdateien, kann sich das leicht bis zum Crash aufschaukeln.

Aus mehrfacher Erfahrung wissen wir, dass hier eine Erhöhung der Werte für die guten alten FILES= und BUFFERS= wahre Wunder wirken kann. Nur stehen diese nicht mehr wie früher in der Datei config.sys, sondern bei XP steht das jetzt in einer Datei mit dem Namen config.nt. Zu finden ist diese Datei meist im Verzeichnis c:\windows\system32. Wenn es die Datei dort nicht gibt, weil sie von Windows garnicht mehr benötigt wird, legen Sie sie einfach neu an.

Der Aufbau dieser Datei ist im Grunde wie die alte config.sys, und sie kann auch wie früher mit jedem beliebigen Editor geändert werden. Hier ein Beispiel eines XP-Rechners, auf dem im Winter 2011/2012, mit verschiedenen DOS-Versionen von dBASE gearbeitet wird, z.B. dBASE III und IV, sowie V (das sich eigentlich “dBASE 5” nennt), und auf dem alte DOS-Programme unserer Kunden gewartet und bei Bedarf sogar noch ausgebaut werden.

dos=high, umb
files=200
buffers=60
device=%SystemRoot%\system32\himem.sys
Country=049,437,%SystemRoot%\system32\country.sys

Wichtig sind vorallem die beiden fett dargestellten Zeilen. Deren Werte sollte entsprechend hoch sein, so wie oben gezeigt oder ggf. noch höher. Nach der Änderung booten Sie den PC bitte neu, denn auch wenn es “eigentlich” genügen sollte die DOS-Box von Windows neu zu starten um die geänderten Einträge zu aktivieren ist ein kompletter Neustart immer sicherer. So ist Windows eben … Gross- oder Kleinschreibung der Einträge spielt übrigens keine Rolle.

Die Infos gelten für Windows XP und sollten auch mit den 32bit Vorversionen Windows NT und Windows 2000 entsprechend umsetzbar sein. Bei den Nachfolgern Vista und Windows7 kann das wieder etwas anders sein, doch für DOS-Programme sind die sowieso nicht sehr ratsam.

(Stand dieser Info: 2012)